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Jürgen Feldpusch

Wiesbaden

Wofür noch mal dagegen? Frankfurt 1972

Die damalige Linke ging früher gegen das Unrecht in der ganzen Welt auf die Straße. Wir waren links, linker ging nicht. Schlimm war das nicht. "Wer mit 20 nicht Sozialist ist, hat kein Herz, wer mit 30 noch Sozialist ist, keinen Verstand", sagte einmal der italienischen Philosophen Benedetto Croce. Wir waren damals alle unter 30.
Das Wort "Trotzdem" könnte hier stehen, denn im nachhinein war es eine Anmaßung, geradezu absurd oder was für eine unfassbare Verschwendung von Energie oder "Nichts, gar nichts war früher besser" oder "Kinder wie die Zeit vergeht" oder "Ich hatte damals nicht gedacht, dass ich heute nach einem starken Staat rufen würde" oder wie Jörg Fauser sagte, "Alles wird gut" oder...



Die Vietkong-Fahne geschwungen von keinem anderen als von "Johnny" Klinke.
Richtig, das ist der Mann, der heute in Frankfurt dem nicht minder bekannten Varieté-Theater "Tigerpalast" vorsteht.




 
Scheibeneinwerfen, besonders bei Bankfilialen, war eine beliebte Aktionsform. Viele haben einfach ein bisschen auf Anarchie gemacht, haben die Haare wachsen lassen oder Ähnliches. Das war ja auch nicht so schwierig und kostete nicht so viele Überwindung.






Das waren Revierbeamte aus Frankfurt. Man sieht es ihren Gesichtern an, sie freuten sich schon darauf, einem später mit voller Wut gezielt auf den Kopf zu schlagen. [...]  



Wobei ich sagen muss, dass von manchen die Gewalt des Staates geradezu "herbeigesehnt" wurde. Es krachte dann auch richtig und die Schuldfrage war dann auch immer klar.




"Die Würde" - Frankfurt Gebäude der Staatsanwaltschaft  
Von dem Anfangssatz des Grundgesetzes, der auf Betreiben des jüdischen Remigranten und späteren hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauers am Gebäude des Landgerichts Frankfurt angebracht wurde, stahlen im April 1979 „junge Leute“ aus der alternativen Frankfurter Szene aus Lust an der Provokation(?) die „Würde“. In der Nachschau, muss ich heute sagen, sie kamen aus dem linksautonomen-kriminellen Milieu.


Damals im Karl Marx Buchladen in Frankfurt am Main gekauft, bei einem Herrn, den ich im
Sommer 2010 in Berlin in einem Bioladen in einem zeltartiges T-Shirt gekleidet gesehen
habe.
www.youtube.com/watch?v=CD-8l5nini4?t=2m56s

Der zweitbeste Satz dieses Films stammt von Daniel Cohn-Bendit, Fischers Kumpan und Mitstreiter in den 1970ern. Dieser erinnert sich amüsiert daran, wie verkniffen und humorfrei die Genossen vom Sozialistischen Studentenbund SDS waren. Sie reagierten entsetzt auf den Wunsch des Franzosen nach dem Verzehr von Austern. „Ich kam aus Frankreich. In Frankreich essen alle Austern und ich wollte hier auch Austern essen.
Ich aß gerne Austern. Ich wollte Austern für alle.“ Die deutsche Linke konnte (auch) mit Austern nichts anfangen.

Studentenabonnement der Frankfurter Rundschau, der ZEIT und ...

"Study for Homage to the Square: 'Wet and Dry' von Josef Albers (Über dem Diaprojektor)
fand ich damals gut.  - Das 41 x 41 Zentimeter große Original
ist in der Londoner Galerie Richard Green (Februar 2013) für 690 000 Euro zu haben.
[...]

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