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Gastfreundschaft oder später flogen Steine: Saana, Jemen im April 1995


  

  


  


  


   


   

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Wir befinden uns im Mai 2010

Die Republik Jemen ist mit rund 23 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste und ärmste Staat der arabischen Halbinsel. Das Auswärtige Amt in Berlin rät zu besonderer Vorsicht. Von Reisen in die Regionen Marib und Saada wird ebenso abgeraten wie von Einzelreisen durch das Land. Für Ausländer ist der äußerste Norden des Jemens seit Jahren tabu. Nur wenige westliche Ausländer sind noch in dieser Region.
(dpa-Meldung)

Zwischen Regierungskräften und Separatisten, die eine Loslösung des früher sozialistischen Südjemen von der Zentralregierung in Sanaa fordern, kommt es fast täglich zu Zusammenstößen.
Ursache der Unzufriedenheit ist die politische und kulturelle Benachteiligung des Südens, wo aber die Ölindustrie und der Hafen sind.


Klischee-Muslime mit Zauselbart, Kopfwindel, Krummsäbel und derwisch-artig tanzend.

















Kath, auch Kat, Qat, Khat, Qad ist eine Alltagsdroge im Jemen sowie in Äthiopien und in Somalia. Es handelt sich dabei um die jungen Blätter des Kathstrauchs, die als leichtes Rauschmittel konsumiert werden. Von ihrer anregenden Wirkung her sind sie vergleichbar mit Coffein.
Ab zwölf Uhr mittags läuft dann nichts mehr. Es wird mit dicken Backen gemümmelt.









Wir wurden im Diwan in der ersten Etage empfangen.
Uns wurde zuckersüßer Tee und Wasser aus dem Hahn gereicht: leichte Chlorblume, immerhin durchsichtig.
Als uns dann noch ein gekochter Hammelkopf angeboten wurde, verabschiedeten wir uns ganz höflich.








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Das Land ist, wie man unschwer erkennen kann, gebirgig, die Zentralregierung kontrolliert es unzureichend, die mächtigen Stämme sind ihre eigenen Herren.
Der lokale Islam ist erwartungsgemäß konservativ.









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Auch ja, da war diese ulkige Gegebenheit: Dieser ältere Herr gebar uns zu halten und sagte auf deutsch:
"Nehmen Sie mich bitte mit nach Berlin-Neukölln oder nach Offenbach am Main, ich will ihre Kultur bereichern."
Wir glaubten ihm das mit dem Bereichern nicht und ließen ihn stehen.
sic!


Heinz, lebt heute in Berlin!
Ja, man glaubt es nicht, er ist konvertiert zur Vernunft.
Wir haben heute noch losen Kontakt mit ihm und er bat mich um folgende Botschaft:
„Hallo, da unten im arabischen Raum. Man kommt grundsätzlich nicht um die Toleranz herum. Ich weiß, wenn man von etwas so überzeugt ist, wie von seinem Glauben mit all seinen Dogmen, Gewissheiten und Unfehlbarkeiten, dann „tut“ man sich schwer mit der Toleranz.
Das gilt übrigens auch für das Christen-, und Judentum. Leute, es reicht die Vernunft, der gesunde Menschenverstand und Gesetze, um in einem Staatsgebilde gütlich zusammen zu leben.“

- Ach ja, Heinz, kauft sich jeden Morgen die BILD-Zeitung; er liebt das jeweils aktuelle BILD-Girl!


Tja und später flogen fette Stein: Das offene meiner echthaar-blonden Frau, war wohl dann doch zu sehr eine Provokation.

Es formierten sich einige, geduldet und mit klammheimlicher Freude von vermummelten Frauen verfolgt, Jugendliche und bewarfen am Ende der Ortschaft unseren Geländewagen mit faustgroßen Steinen.


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