.

Gardasee (San Benedetto) - Studienfahrtfahrt der Klasse 10b

der Werner-von-Siemens-Schule, Wiesbaden vom 26. bis 30. September 2005

Vorwort: Auch ich reiste einmal im kulturell besonders aufnahmefähigen Alter von 14 Jahren mit meinen Eltern nach Venedig.
Von diesem Besuch blieb bei mir nichts in Erinnerung.

Ich unterrichte diese Klasse seit drei Jahren im Fach Sport. Zwei Stunden pro Woche, die man gütlich miteinander verbringt.

Ich hatte die Gelegenheit, diese Heranwachsenden als Begleitperson während der Studienfahrt etwas näher kennen zu lernen.
Hierzu einige Anmerkungen oder das etwas andere Reisetagebuch.
Oh Gott, schon wieder so ein Geschreibsel über das mangelnde ästhetische und kulturelle (Des)Interesse unserer Jugend.
Ach ja, dass blödeste Wort was ich kenne, ist Selbstverwirklichung. Das ist mir gerade so eingefallen und deshalb habe ich es geschrieben.

In einem schlauen Buch konnte ich nachlesen das Soziologen unsere Jugendlichen als "stark ausdifferenzierte Patchwork-Charaktere" beschreiben, die unter vielen Möglichkeiten, sich zu formen und zu stylen, entscheiden müssen. Weil das großen Aufwand erfordert, zeigen sie nur wenig Aufmerksamkeit für ihren Gegenüber, die Gemeinschaft und kulturellen Angeboten.
Zu deutsch, sie sind ständig mit sich selbst beschäftigt und bekommen nichts mit oder Who the hell is die Renaissance, das Barock, die Scaliger, ...?
Sorry, ich hatte vergessen, dass Denken viel Energie verbraucht und Unbekanntes gefährlicher als Bekanntes ist .


1. Tag: Anreise und Ankunft spätabends

2. Tag: Stadtbesichtigung mit Führung in Venedig
Die Stadt ist ein einziges Museum, das kompakteste der Welt. Acht Millionen, die jährlich kommen, können sich nicht täuschen.

Fast alle folgen gebannt  den Darstellungen des Professores.
Vier Damen waren gleich verlustig!
Die Klasse musste knapp eine Stunde warten.
Die Häme war entsprechend.
Ansonsten: Hellwach und mit ungeteilter Aufmerksamkeit(!) dem Stadtführer gegenüber auf dem Markusplatz¹. Übrigens ein ehemaliger "Professore" (So nennet man in Italien die Realschullehrer). Er machte es anschaulich und doch, nach einigen Ermahnungen bot er an, dass er mit vier, fünf Interessierten die Führungen weitermachen wolle, die anderen könnten "zum Spielen" gegen. Das saß, aber nicht lange.
Ich hab's, er hat ganz einfach die Werbepausen vergessen.

Hellwach und äußerste konzentriert.
Eigentlich kann man sich nicht sattsehen an dieser Brücke, die komplett aus Marmor gefertigte, an diesem großen Kanal. Rialto, die Treppe des Shylock. Shakespeare, der nie in Venedig gewesen ist, zeigt das im "Kaufmann von Venedig". Äh, wie gebildet.

Hier endete die Stadtführung. Ich glaube, keiner der jungen Leute würdigte sie eines Blickes. Who the hell is Rialto-Brücke?

Vielleicht ist es aber auch so, dass sie denken, man soll sich Zeit lassen mit der Kunst und nicht zu viel davon schlucken.
Apropos Schlucken. Ehm, jetzt nicht.

In den Dogenpalast ging ich mit der Klassenlehrerin dann auch alleine. Die Aufnahmebereitschaft eines Museumsbesuchers, so das "Handbuch der Museologie" , beträgt gerade mal 45 Minuten. Weiter heißt es da, "Bei Hitze und Feuchtigkeit eher weniger." Wir hatten keine Hitze, aber wahrscheinlich Feuchtigkeit.


 




zu 1 Kennen Sie die Geschichte der einbalsamierten Leiche des heiligen Markus, die man unter einem Haufen Schweinefleisch aus dem Morgenland (weder Lego-, Disney-, Fantasialand, klar?) nach Venedig schmuggelte, wissend, das Moslems das Fleisch nicht anrühren würden? Sollte man aber.

3. Tag: Gardasee-Rundfahrt über Saló, Toscolano-Maderno, Torri del Benaco, Costermano (Deutscher Soldatenfriedhof), Garda und zurück nach San Benedetto.

4. Tag: Halbtagestour nach Sirmione (Anreise mit dem Schiff) - Grotten des Catull - Scaligerburg

5. Tag: Stadtbesichtigung mit Führung in Verona und Abreise


 

 
[ weiter ]  [ nach oben ]  [ zurück Webseiten Werner-von-Siemens-Schule ]  [ zurück Webseiten Feldpusch ]