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Viele Grüße aus Wiesbaden 2014

Eine rein subjektibe Auswahl.
Die 100 Dinge, nein, die zehn Dinge, die man als Wiesbadener „gemacht“ haben sollte.

  Caligari Filmtheater  Thermalbad Wiesbaden - Hier spricht man deutsch!
1 – Caligari Filmbühne

Als das "Juwel unter den deutschen Lichtspielhäusern", bezeichnete Volker Schlöndorff das Caligari.
1926 wurde das ehemalige "Ufa im Park" als Stummfilmtheater im neogotischen Stil erbaut. In den Nachkriegsjahren wurde das Kino zwischenzeitlich von den Amerikanern genutzt. Im Jahr 1955 fand eine grundlegende Umgestaltung statt, an deren Stil sich auch die zweite Renovierung 1999/2000 anlehnte.

Das Kino ist kein Erstaufführungs-, sondern ein Programmkino. Da laufen dann solche Bestseller, wie z.B. der nichtwegzudenkende Altenheimausbruch: „Der Hundertjährigen, der aus dem Fenster usw. usf.“

Ein Besuch lohnt immer.
2 – Thermalbad Aukammtal

„Entspannung für Körper und Seele: Ein hochkarätiges Health- & Wellness-Angebot erwartet den Besucher im einladenden Ambiente von Wiesbadens anspruchsvollem Gesundheitsbad.“
So die Selbstdarstellung.

"Bitte touchen Sie mit dem Chip, um sich zu identifizieren".
Dort wird im Eingangsbereich bei einer fehlerhaften Bedienung dieser Text angezeigt.
Weltläufigkeit geht anders.

Ach ja, hier spricht man deutsch und man sieht keine Tätowierten, keine mit Eisen durchbohrten Gesichter, keine Arschbomben, weil die meisten Besucher, jedenfalls vormittags, es aufgegeben haben, ihre Haare mit z.B. Schwarzkopf Creme-Glanz-Tönung Colour hazelnut 8 oder Erdal-Schwarz bearbeiten zu lassen. Die Konfektionsgröße 34, weniger wird es nicht sein, siehe Badeanzüge, herrscht vor.

Egal, für zehn Euro ist das im 32 Grad warmen Thermalwasser ein spaßiges Vergnügen.
Dienstags von 6 bis 22 Uhr!

 Domäne Mechtildshausen  Kaefers Bistrot, Wiesbaden
3 – Domäne Mechtildshausen

Die Domäne wird gepachtet von der städtischen „Wiesbadener Jugendwerkstatt“, die auch den Zweck verfolgt, „benachteiligte Jugendliche auszubilden und Langzeitarbeitslose in das Berufsleben zu reintegrieren.
Insgesamt werden an den verschiedenen Standorten der Domäne heute 500 Jugendliche“, die meisten mit kräftigen Migrationshintergrund, „in zahlreichen unterschiedlichen Berufen ausgebildet.“

Auf der Domäne Mechtildshausen, ein "BIOLAND-Betrieb", werden in den eigenen Hofläden die Produkte angeboten.

Ich gehe dort sehr gerne einkaufen, auch Wein!

Immer, wenn junge Männer mit Bärte an der Kasse stehen, gehe ich mit meinem Warenkorb an die Kasse. Ich stelle dann die Weinflaschen so, dass das Preisschild zu mir zeigt. Da sie, die jungen Männer mit der Hecke im Gesicht, keine religionsunverträglichen Arbeiten verrichten müssen, fassen sie auch keine Weinflaschen an.
Ich nehme also die Weinflaschen und lege sie zu dem abgerechneten Gemüse und Obst in meinen Korb und freue mich.

Mit alkoholhaltigen Reinigungsmittel und Schweineborstenschrubber würde dies genauso „funktionieren“.
4 – Käfer´S Bistro im Kurhaus Wiesbaden

Seit wir wieder einmal im „Käfer“ zum Essen waren, komme ich Zuhause regelmäßig mit einem kleinen Teller an unseren Esstisch und sage zu meiner Frau mit professioneller Höflichkeit:

„Hier kommt unser kleiner Gruß aus der Küche. Da haben wir dünn geschnittenen Schwarzwälder Schinken vom Halleschen Schwein mit dreierlei Brot. Guten Appetit.“

Nein, jetzt einmal im Ernst.
Dieses Restaurant ist von seinem Ambiente, diesem französischen Bistrot-Stil, für unsere Rhein-Main-Region wirklich gut. Das Lokal ist groß, weiträumig und meist gut besucht.

Streberhaft wirkende junge Männer sitzen darin neben Vertretern des Wiesbadener Geldadels, oder die, die sich dafür halten, dazwischen Familien, Leute aus Politik (Manchem davon könnte ich ausgelutschte Austernschalen an den Kopf werfen!) und Kultur und ein paar Touristen.

Es ist jedes Mal kein billiges Vergnügen, das alles, aber es lohnt sich.

  Wiesbaden, Weinkisten von den Winzern Karl May und Fritz Walter  Wiesbaden, Goetheturm Frankfut Sachsenhausen
5 – Wein bei folgenden Weingütern gekauft haben:

Schönleber, Oestrich-Winkel, Rheingau
Schönhals, Biebelnheim, Rheinhessen
Karl May, Osthofen, Rheinhessen
Immerheiser, Schwabenheim an der Selz, Rheinhessen
Fritz Walter, Niederhorbach, Pfalz,

dass Weingut Schönwetter in Johannisberg/Rheingau gehört ebenfalls dazu.

6 - Der Goetheturm im Frankfurter Stadtwald.
 
Der 43 Meter hohe hölzerne Goetheturm wurde im Frühjahr 2014 nach vier Jahren wieder eröffnet. Wer die 196 Stufen des 1931 eröffneten Turmes hochsteigt, kann einen Panoramablick über die Skyline und den Stadtwald genießen.
Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis in den Taunus und den Spessart.

Als zwölfjähriger Junge bin ich im Sommer mit dem Fahrrad häufig zum Goetheturm gefahren.

Versuchen Sie es nicht, bzw. es geht ja auch nicht mehr, mit einem kleinen Magneten an einer Schnur aus den Ferngläsern die 10 Pfennigstücke herauszuholen. (?)

7 - Zum Selbstausmalen 8 - Zum Selbstausmalen
 


9 - Und das Beste zum Schluss: Besuch der Stadt Offenbach am Main

Tja Offenbach.
Gräuliche 08/15-Bauten, die ganze Stadtteile dominieren. Schon klar, historische Industriestadt, schrecklich zerbombt, später immer wieder krisengeschüttelt, jeder fünfte Offenbacher lebt von Hartz IV, nie wirklich Geld im Stadtsäckel, das ist alles nicht so einfach.

Apropos Geld. Offenbach ist mit knapp einer Milliarde (Bremen mit 30, Berlin mit 73, Wiesbaden mit 67 Millionen!) verschuldet.

Viele „deutsche“ Offenbacher haben die Erfahrung gemacht, dass sie in vielen Stadtteilen in der Minderheit sind. Sie haben keine Angst vor dem anderen, sondern davor, selbst die anderen zu sein.

Sie fragen sich: „Wenn die Zuwanderer in den Stadtteilen in der Mehrheit sind, wie kann man sie da integrieren?“

Tja, was gibt es sonst: Es gibt das Büsing Palais, "Die Hochschule für Gestaltung" auch in Räumen des Isenburger Schloss, ein Renaissance-Schloss, den Wochenmarkt, das Rumpenheimer Schloss samt Schlosspark; ich überlege, nee mehr gibt es nicht.

Aber schon deswegen lohnt sich als Wiesbadener ein Besuch, wirklich.

Info: Ich habe über 30 Jahre in Offenbach gewohnt, gelebt und arbeitet. Übrigens, der Oberbürgermeister, Herr Schneider, wohnt in Bayern.

Auch so ein Offenbach Bub: Der Rapper Haftbefehl. Was sagte er u.a. in einem Interview in der WELT AM SONNTAG vom 23.11.2014: „Ich möchte meine Kinder nicht in Offenbach aufwachsen sehen. …“

– Ach ja, er spielt in dem gleichnamigen Album Russisch Roulette mit einer Kalaschnikow. Das geht nicht.

10 – So, jetzt wäre es eigentlich auch ein guter Moment, ausnahmsweise mal rein gar nichts zu tun.

 
 
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