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Der folgende Text bezieht sich auf die Magisterarbeit von Peter Gaida, Bremen. Der Auto genehmigt freundlicherweise die auszugsweise Wiedergabe des Textes.
Die Zeitform und einige Hervorhebungen wurden geändert. Ebenfalls wurden die Literraturangaben weggelassen.
Der vollständige Text ist unter www.petergaida.de/ Atlantikwall/index.htm nachzulesen.


Der Zweite Weltkrieg: Organisation-Todt, Die Festung "Gironde-Süd"¹, Bataillon Penthésilée


Der Atlantikwall an den Küsten Aquitaniens erstreckte sich über rund 260 km von der Mündung der Gironde über kilometerlange Sandstrände bis zur schroffen Felsküste im Baskenland. An den langgezogenen Stränden vor Bordeaux bis hinunter zur spanischen Grenze rechnete man mit keiner Anlandung der Alliierten.
Die Strömungsverhältnisse sind dort zu schwierig, die Küste besteht größtenteils aus Sanddünen, großen Seen und dichten Waldgebieten. Diese Region kam für eine alliierte Invasion kaum infrage und wurde von der Wehrmacht nur schwach befestigt. Lediglich Bayonne, Saint Jean-de-Luz, die Bucht von Arcachon und die Mündung der Gironde wurden zu „Verteidigungsbereichen" ausgebaut.

Falls es interessiert möge man weiterlesen.
Organisatorisch war der Atlantikwall in Frankreich von Nord nach Süd in drei Bereich unterteilt. Diese wiederum hatten Küstenverteidigungsabschnitte mit Stützpunktgruppen oder Küstenverteidigungsgruppen als nächste Untergliederung.

Zu diesen Gruppen wurden jeweils mehrere Widerstandsnester oder Stützpunkte zugeordnet. So auch Le Gurp.

Zu Beginn der Besatzungszeit (1940) erfolgten die Befestigungsarbeiten am Atlantikwall in Aquitanien mit freiwilligen Baufirmen, die über die Organisation Todt (OT) mit der Kriegsmarine, der Luftwaffe und dem Heer eigenständige Bauaufträge abschließen. Allein für den Bau der Bunker an der Mündung der Gironde eröffneten über ein Dutzend deutscher Baufirmen ihre Zweigstellen bei der zuständigen OT-Bauleitung in Soulac. Neben den deutschen eröffnen auch französische und eine belgische Baufirma ihre Zweigstellen in dem Verteidigungsbereich der Gironde.

Bei der Personalbeschaffung blieb die Besatzungsmacht auf die Hilfe des Vichy-Regimes angewiesen. Ab Oktober 1942 begann die Zwangsrekrutierung französischer Arbeitskräfte, da die deutschen OT-Arbeiter an andere Kriegschauplätze versetzt wurden.  Die Bürgermeister werden mit der Auswahl der Personen beauftragt und angehalten, kinderreiche Familien zu berücksichtigen und auf die hohen Löhne bei der OT hinzuweisen. Die Arbeiter werden so in den schweren Kriegszeiten mit Geld zur OT geködert.

Ende 1943 vereinbarten der Generalbeauftragte für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel und der französische Arbeitsminister, der OT ein Kontingent von 33 000 Arbeitern aus der besetzten Zone zur Verfügung zu stellen. Im Herbst 1943 wurde der Präfekt des Departements Gironde vom französischen Arbeitsministerium aufgefordert, 1 500 Bauern der OT-Oberbauleitung Bordeaux zur Verfügung zu stellen, weitere 200 Mann sollen aus dem Departement Landes an überführt werden. Das gesamte Kontingent soll aus dem Jahrgang 1923 zusammengestellt werden, und die Präfekten teilen den Bürgermeistern mit, dass alle Männer des Jahrganges namentlich erfasst werden müssen.
Die Präfekturen (!) übernehmen so die Verwaltung des Arbeitsdienstes für die Organisation Todt.


zu 1 Suchmaschinenbegriffe: Die Festung Gironde Süd, Peter Gaida, Atlantikwall, Brigade Carnot, Front du Medoc 1944,
www.atlantikwall.info/aw/france/f4_4020.htm
http://www.atlantikwall.fr/de/atlantikwall/atlantikwall.htm

Literatur: "Royan - Pointe de Grave" Poches de l' Atlantique, Alain Chazette & Fabien Reberac, Editions Histoire & Fortifications; zu kaufen in den beiden Zeitungsgeschäften in Soulac.
Rudi Rolf, "Der Atlantikwall"
"Wein und Krieg", Don und Petie Kladstrup, Klett Cotta









Karikaturistische Umwidmung (1981) der Reste einer Bunkeranlage vor Le Gurp.
Standardisierter Bunkertyp, Regelbau 600er Serie,
Stützpunkt Montalivet
blockhaus, wie Franzosen zu Bunkern sagen.



Deutsche Kriegsgefangene 1945 und
Angehörige des Bataillon Penthésilée
Foto: Museum Soulac




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